Version française * Versione italiana

Name gesucht für Exoplanet HD 130322 b und seinen Stern

Im September 2019 konnten an dieser Stelle Namensvorschläge für den Exoplaneten HD 130322 b abgegeben werden. Eingegangen sind 1472 Vorschläge in allen Landessprachen. Die besten 12 Vorschläge wurden anhand mehrerer Kriterien durch das für die Schweiz zuständige Komitee ausgewählt. Dabei wurde auch die Einhaltung der Anforderungen der IAU geprüft.

Die Schweizer Bevölkerung hatte danach bis zum 10. November 2019 die Wahl und konnte über den besten Vorschlag abstimmen. Die Daten werden nun an die zuständige Stelle der IAU weitergeleitet und wir erwarten gegen Ende Dezember den Entscheid über die beiden offiziellen Namen des „Schweizer“ Exoplanetensystem.


News in eigener Sache vom 8.10.19:
Die beiden Genfer Astrophysiker Michel Mayor und Didier Queloz haben soeben zur Hälfte zusammen mit dem kanadischen Kosmologen James Peebles den Nobelpreis für Physik 2019 erhalten! Michel Mayor ist in unserem Komitee an der Prüfung der Vorschläge beteiligt. Er hat nicht nur den ersten Exoplaneten um einen sonnenähnlichen Stern entdeckt (Dimidium oder 51 Pegasi b), sondern auch HD 130322 b um den es hier geht. Herzliche Gratulation an die Beiden vom gesamten Komitee!

Lesen Sie dazu die vollständige Medienmitteilung der SAG zur Nobelpreis-Verleihung.

Öffentliche Wahl

Details zu den 12 zur Wahl stehenden Vorschlägen inkl. der Begründung befinden sich in dieser Datei:

Bitte beachten:

Leider können wir das Wahlergebnis nicht sofort bekannt geben. Die IAU muss die ausgewählten Namen noch einmal einer kritischen Prüfung unterziehen.

Die ausgewählten Namen werden voraussichtlich gegen Ende Dezember 2019 hier veröffentlicht, sobald sie uns von der IAU mitgeteilt werden.

Die Spielregeln – Wie die Namensgebung abläuft

Wer einen Vorschlag machen darf

Namensvorschläge dürfen von Einzelpersonen und Gruppen, wie z.B. Schulklassen, Kindergärten, Vereinen oder Firmen aus der Schweiz gemacht werden. Jede Person/Gruppe darf dabei einen Vorschlag für den Planeten und einen Vorschlag für den Stern einreichen. Die Mehrfachteilnahme ist erlaubt. Bei Gruppen bitte den Namen einer Kontaktperson angeben.

Wer die Vorauswahl übernimmt

Die Vorauswahl trifft eine Kommission aufgrund eines Kriterienkatalogs, bestehend aus Personen aus dem professionellen und Amateurastronomischen Bereich. Die Kommission wählt maximal zehn Vorschläge aus und stellt sie zur öffentlichen Abstimmung.

Wer abstimmen darf

Abstimmen darf jeder, der im Abstimmungszeitraum (15. Oktober bis 10. November 2019) in der Schweiz ansässig ist. Die Abstimmung erfolgt elektronisch über ein Formular, das dann auf dieser Webseite verfügbar sein wird.

Welche Namen vorgeschlagen werden können

Es wird jeweils ein Namensvorschlag für den Stern und ein anderer Namensvorschlag für den Planeten eingereicht. Die beiden Namen sollten einen direkten Bezug zueinander haben. Wählt die Namen nach Möglichkeit so, dass sie auch weitere in diesem System entdeckte Himmelskörper benennen könnten. Beispiel: »Den Stern nennen wir Tell, den Exoplaneten Stauffacher«.

Eine kurze Begründung (bis zu 100 Worte) sollte die Hintergründe des Namensvorschlags erläutern. Der Name selbst sollte höchstens 16 Buchstaben lang sein, nach Möglichkeit aus einem einzigen Wort bestehen und sich problemlos aussprechen lassen.

Welche Namen nicht erlaubt sind

Nicht erlaubt sind:

  • Namen noch lebender Personen oder von Personen, die vor weniger als 100 Jahren noch gelebt haben
  • Namen von Personen, die vor allem für ihre militärischen, religiösen oder politischen Aktivitäten bekannt sind
  • Markennamen und weitere Namen mit primär kommerzieller Bedeutung
  • Namen von Organisationen, die an der Auswahl beteiligt sind
  • Akronyme oder selbst erfundene Wörter
  • Namen, die aufgrund von Copyright-Beschränkungen nicht allgemein genutzt werden können (z.B. Charaktere aus Büchern oder Filmen)
  • Wörter, die Ziffern oder Satzzeichen enthalten
  • anstößige Namen
  • Namen von Haustieren

Wir behalten uns außerdem vor, Namen auszuschließen, die bereits existierenden Namen astronomischer Objekte (siehe z.B. die MPC-Datenbank) zu ähnlich sind. Die offiziellen Regeln stehen (auf Englisch) auf der NameExoWorlds-Webseite.

Was wissen wir über den Exoplaneten und seine Sonne?

Das Exoplanetensystem HD 130322 b

Bei HD 130322 b handelt es sich um einen Exoplaneten, also um einen Planeten, der einen anderen Stern als die Sonne umkreist. HD 130322 b ist etwas grösser als der grösste Planet unseres Sonnensystems, Jupiter. Diesem Planeten und seinem Stern wollen wir dieses Jahr sprechende Namen geben!

Ein Planet der »heissen Jupiter« Klasse

HD 130322 b gehört mit ca. 15% mehr Masse als Jupiter zur Klasse der »heissen Jupiter«, da es seinen Stern in nur geringem Abstand alle 10.7 Tage umkreist. Er ist deshalb eher nicht für Leben, wir wie es kennen, geeignet. Der Planet wurde bereits vor 20 Jahren von der Europäischen Südsternwarte La Silla aus mit der sogenannten Radialgeschwindigkeitsmethode durch ein Genfer Astronomen Team um Michel Mayor entdeckt.

Weitere Informationen (auf Englisch) zur Erforschung von Exoplaneten durch die Universität Genf findet man hier.

Sonnenähnlicher Stern in der Jungfrau

HD 130322 ist ein Stern, ähnlich unserer Sonne, im Sternbild Jungfrau. Er hat eine etwas geringere Masse als die Sonne und dem entsprechend, mit ca. 1.2 Mio. km, auch einen geringeren Durchmesser. Das Sternbild Jungfrau (Virgo) liegt in der Nähe des Himmelsäquators. HD 130322 ist gut 100 Lichtjahre von uns entfernt und schon in kleinen Teleskopen gut sichtbar.

Detaillierte Informationen zum Sternsystem HD 130322 findet man hier.

IAU100 – 100 Jahre unter einem Himmel

In diesem Jahr feiert die Internationale Astronomische Union (IAU), die weltweite Vereinigung der professionellen Astronominnen und Astronomen, unter dem Motto „100 Jahre unter einem Himmel“ ihr hundertjähriges Bestehen (siehe die internationale IAU100-Webseite).

Die IAU fördert Forschung, Bildung und Wissenschaft im Bereich der Astronomie, insbesondere durch die Ausrichtung wissenschaftlicher Konferenzen. Die IAU ist ausserdem für die offizielle Namensgebung von Himmelsobjekten zuständig.

Als eine von vielen Aktionen zum IAU100-Jubiläumsjahr dürfen IAU-Mitgliedsländer in diesem Jahr im Rahmen der Aktion NameExoWorlds je einen Exoplaneten und den Stern benennen, den dieser Planet umkreist. Die Schweizer Bevölkerung darf den Stern HD 130322 und seinen Planeten HD 130322 b im Sternbild Jungfrau benennen. Interesse an den Exoplaneten anderer Länder? Die Webseiten NameExoWorlds bieten einen Überblick.